Der Circle - Dave Eggers
[ Rezension]


Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim »Circle«, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der »drei Weisen«, die den Konzern leiten – wird es keinen Schmutz mehr geben im Internet und auch keine Kriminalität. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterneköche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles … (Verlag)






Verlag: Kiepenheuer und Witsch
Format: Taschenbuch
Preis: 10,99 €
Seiten: 560
Genre: Dystopie


Internet
social media
Überwachung










Der Circle stand schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Da es mit Emma Watson in der Hauptrolle verfilmt wurde, wollte ich es jetzt endlich lesen. Ich liebe Dystopien dieser Art, also hatte ich hohe Ansprüche an dieses Buch.


Bei Dystopien kommt es bei mir vor allem auf die Welt an - das Dystopische eben. Der Schreibstil und die Charaktere sind für mich zwar auch immer ein wichtiger Aspekt, aber bei Dystopien sind sie eher nebensächlich. Von Der Circle war ich sofort begeistert. Schon die ersten Seiten haben mich in ihren Bann gezogen, da man gleich von Anfang an erfährt, wie diese Zukunftsvision aufgebaut ist und was es mit dem Circle auf sich hat. Die Geschichte beginnt nämlich an Maes erstem Arbeitstag beim Circle. Man erlebt zusammen mit ihr ihren ersten Arbeitstag dort und bekommt nebenbei einige Informationen über den Circle und über Mae. Da Mae ihren neuen Arbeitsplatz auch zum ersten Mal sieht, konnte ich selber mich sofort gut in diese Welt vom Circle hineinversetzen. Und genau wie Mae dachte ich anfangs noch "Hey das klingt ja alles gar nicht so schlecht" obwohl mir eigentlich klar war, dass die Handlungen des Circle eigentlich überhaupt nicht gut sind. Schließlich nennt es sich nicht ohne Grund Dystopie. Aber ich konnte sehr gut verstehen, wieso Mae und die anderen Charaktere die Taten des Circle befürworten. Ich konnte mich also sehr gut in Mae hineinversetzen und mit ihr zusammen dieses Abenteuer im Circle antreten. ich habe die ganze Zeit mit ihr mitgefiebert und gleichzeitig auch auf den Moment gewartet, in dem sie bemerkt, dass hier etwas schiefläuft. Zwischendurch gibt es immer mal wieder lange Passagen, in denen neue Strategien vom Circle vorgestellt werden, meistens indem jemand eine Rede hält. Ansonsten erlebt man einfach Maes Alltag während und nach der Arbeit. Sehr Actionreich ist das nicht, allerdings trotzdem sehr spannend. Ich habe mir einige Rezensionen durchgelesen, bevor ich mit dem Buch begonnen habe. Dort hab ich oft gelesen, die Handlung sei langatmig oder langweilig, aber da bin ich ganz anderer Meinung. Für mich brauchte die Geschichte überhaupt keine Action und ich finde sie genau richtig so wie sie geschrieben wurde. Dadurch wirkt die Handlung viel echter, denn was soll in ihrem Arbeitsalltag denn schon groß passieren? Ich fand diese Sequenzen in denen wir über das System des Circle erfahren viel wichtiger, und davon gab es zum Glück einige, sodass man Schritt für Schritt immer mehr hinter die Kulissen des Circle sehen konnte. Zum Ende hin gab es dann noch einige unerwartete Wendungen und mit dem Ende  habe ich so überhaupt nicht gerechnet.

Was mir während des Lesens leider immer mehr aufgefallen ist: Wir entwickeln uns wirklich immer mehr in genau diese Richtung, die im Circle dargestellt wird. Stück für Stück geht es leider immer mehr dahin und für mich ist der Circle (leider) eine sehr realistische Zukunftsvision.




So bevor ich mich jetzt weiter wiederhole komme ich mal zu einem Fazit. Ich glaube man hat es schon rausgehört, aber ich fand diese Geschichte wirklich super und sie ist definitiv eines meiner Jahreshighlights. So eine wichtige Handlung und dazu noch total unterhaltend geschrieben. Ich kann dieses Buch nur jedem weiterempfehlen und bin schon ganz gespannt auf den Film! Volle 5/5 Punkte von mir!






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